Produktivstart für die digitale Anmeldung privater Feuerwerke – weitere Kommunen folgen ab März 2026
Die Stadt Wedel ist als erste Kommunalverwaltung in Schleswig-Holstein mit einem Fachverfahren aus der Low-Code-Plattform MODUL-F produktiv gegangen. Den Auftakt macht ein neuer digitaler Ablauf für die Anmeldung privater Feuerwerke. Damit wird ein bislang häufig medienbruchanfälliger Prozess in vielen Verwaltungen durchgängig digital unterstützt – von der Antragstellung bis zur Bearbeitung.
„Um unseren Staat weiter zu modernisieren, wollen wir mehr Tempo in die digitale Transformation unseres Landes bringen. Unsere Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen haben zurecht den Anspruch an die Verwaltung, dass sie schnell und serviceorientiert agiert. Dieses Ziel erreichen wir nur, indem wir vollständig digitale, medienbruchfreie Prozessketten umsetzen. Die Modul-F – Low-Code-Baukasten für die Verwaltung Weiterlesen...Modul-F Plattform bietet einen Low-Code Baukasten für die Verwaltung und wird die Fachverfahren hier in Wedel weiter beschleunigen“, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Wir messen den Kommunen bei der Umsetzung der digitalen Transformation eine besonders hohe Bedeutung bei und begleiten sie eng durch den ITV.SH. Denn die kommunale Verwaltung nimmt eine zentrale Rolle auf dem Weg voll digitalisierter Prozesse ein.“
MODUL-F - Fachverfahren flexibel digital abbilden
In vielen Kommunalverwaltungen fehlen für kleinere und kleinste Verwaltungsvorgänge standardisierte Fachverfahren. Digitale Anträge müssen dadurch teilweise manuell in Word- oder Excel-Vorlagen übertragen werden. Das bindet personelle Ressourcen und erhöht die Fehleranfälligkeit. MODUL-F schließt diese Lücke: Kommunen können Fachverfahren eigenverantwortlich modellieren, dokumentieren und an ihre organisatorischen Anforderungen anpassen – ohne komplexe Softwareentwicklung.
Die Anwendung ist bewusst dezentral angelegt: Die fachliche Ausgestaltung erfolgt durch die Kommunen innerhalb klar definierter Systemgrenzen. Der technische Betrieb erfolgt zentral über Dataport. MODUL-F wird im Rahmen einer länderübergreifenden Kooperation kontinuierlich weiterentwickelt.
Nachnutzen statt neu entwickeln: Einer-für-Alle auch bei Fachverfahren
MODUL-F wurde 2021 bis 2022 als MVP (Minimum Viable Product) durch die Senatskanzlei Hamburg im Auftrag des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI – Abkürzung für Bundesministerium des Innern und für HeimatBMI) entwickelt und in Pilotanwendungen erprobt. Seit dem 01.01.2025 liegt die Verantwortung für die Weiterführung in Schleswig-Holstein beim IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH), gemeinsam mit dem Land Schleswig-Holstein und Dataport. Perspektivisch wird MODUL-F Teil des Angebots digitaler Basisdienste in Schleswig-Holstein, zentral durch das Land finanziert und den Kommunen kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Ziel ist es, Fachverfahren für Verwaltungsprozesse zu entwickeln, für die es bislang keine geeigneten Softwarelösungen gibt – und diese anschließend interkommunal und länderübergreifend nachnutzbar zu machen. Damit folgt MODUL-F konsequent dem Einer-für-Alle-Prinzip: Nachnutzen statt neu entwickeln.
Weitere Fachverfahren und Rollout ab März 2026
Mit Wedel ist der erste Produktivstart erfolgt. Weitere Verwaltungen befinden sich mit eigenen Fachverfahren in der Endphase und stehen kurz vor dem Go-Live.
„Mit MODUL-F wird den kommunalen Verwaltungen ein weiterer Baustein der digitalen Basisinfrastruktur bereitgestellt. Mit der Möglichkeit zukünftig eigene Fachverfahrensanwendungen zu entwickeln, schließen wir eine kritische Leerstelle in der Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Verwaltungsleistungen“ sagt Matthi Bolte-Richter, Geschäftsführer des ITV.SH.
Ab März 2026 startet der ITV.SH den Rollout von MODUL-F – beginnend mit zehn weiteren Kommunen. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Verbreitung in Schleswig-Holstein, sodass Fachverfahrensanwendungen dezentral „von Verwaltungen für Verwaltungen“ modelliert und nachgenutzt werden können.