KI: Mehr als ein Tool

19.01.2026 | KI-Blog

Mehr als ein Tool – Wie Sie eine Lernkultur für KI in Ihrer Verwaltung etablieren

Die Einführung von Künstlicher Intelligenz – und speziell von großen Sprachmodellen (LLMs) wie ChatGPT – stellt viele Verwaltungen vor eine doppelte Herausforderung. Zum einen geht es um funktionale Fragestellungen („Wie kann KI uns bei Routinen und Entscheidungen unterstützen?“) und zum anderen um die unsichtbare, aber entscheidende Grundlage für nachhaltigen Erfolg: eine Kultur des Lernens und Ausprobierens.

Gerade Führungskräfte sind jetzt gefordert, Lernräume zu schaffen und Lernprozesse zu begleiten, damit Mitarbeitende den neuen „Sparringspartner KI“ souverän, sicher und verantwortungsvoll nutzen können. Denn die erfolgreiche Integration von KI ist kein Einmalprojekt, sondern lebt von einem kontinuierlichen und offenen Umgang mit „Neuem“.

Stilisiertes Gehirn mit digitalen Verbindungen und einer Glühbirne im Vordergrund

Was brauchen Mitarbeitende, um KI im Alltag effektiv nutzen zu können?

  1. Sichere Erprobungsräume:
    Mitarbeitende benötigen Gelegenheiten, KI-Tools in einem geschützten Umfeld auszuprobieren. Dies bedeutet: Fehler dürfen passieren, Experimente und Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Führen Sie regelmäßige Lern-Sessions ein, in denen Teams eigene Fragestellungen mit LLMs bearbeiten, Prompts gemeinsam erproben und Erfahrungen teilen.
  2. Klarheit zu Chancen und Risiken:
    Nicht jeder muss ein KI-Experte werden, aber alle brauchen ein Grundverständnis: Wie funktionieren LLMs, was leisten sie (und was nicht)? Workshops zu Grundlagen, Datenschutz, Transparenz und Nachvollziehbarkeit helfen, Unsicherheiten abzubauen und fundiertes Handeln zu fördern.
  3. Handwerkszeug „Prompten lernen“:
    Effektive Nutzung von KI heißt vor allem Gute Fragen stellen. Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden in der Kunst des Promptings. Also, wie man präzise und zielführende Anweisungen formuliert. Bieten Sie Best-Practice-Beispiele und eine Sammlung hilfreicher Prompts aus dem Verwaltungsalltag als Anregung an.
  4. Austausch fördern:
    Schaffen Sie Strukturen, in denen Mitarbeitende ihre Erfahrungen und Herausforderungen offen teilen können. Zum Beispiel regelmäßige „KI-Stammtische“, kurze Feedbackrunden oder eine interne Austauschplattform. Gemeinsames Reflektieren sorgt nicht nur für besseren Lernerfolg, sondern für mehr Akzeptanz der neuen Arbeitsweise.
  5. Feedback als Routine:
    Bauen Sie Feedbackschleifen in den KI-Einsatz ein: Was hat gut funktioniert, welche Antworten waren unbrauchbar? Dokumentieren Sie typische Fehler und Erfolgsfaktoren. So entsteht mit der Zeit ein spezifisches Erfahrungswissen, von dem alle profitieren.

Impulse für Führungskräfte: So gestalten Sie eine Lernkultur für KI

  • Geben Sie selbst die Richtung vor: Machen Sie Ihre eigene Lernbereitschaft sichtbar und leben Sie neugieriges, kritisches Ausprobieren vor.
  • Definieren Sie klare Leitplanken (Datenschutz, Transparenz, Validierung der Ergebnisse) und geben Sie Sicherheit im Umgang mit Unsicherheiten.
  • Wertschätzen Sie Initiative und Experimentierfreude: Belohnen Sie Verbesserungen und neue Ideen im Team.
  • Bieten Sie gezielte Trainings an und sorgen Sie dafür, dass Lern- und Erfahrungswissen geteilt wird. Zum Beispiel durch kurze Praxisanleitungen, Austauschforen und Best-Practice-Sammlungen.
  • Ermutigen Sie dazu, KI als Sparringpartner zu nutzen: als kritisches Gegenüber, Ideengeber und Reflexionshilfe und nicht als automatisierte Entscheidungshilfe.

Fazit

Eine lernende Verwaltung etabliert KI nicht bloß als neues Arbeitsmittel, sondern integriert Neugier, Fehlertoleranz und einen offenen Austausch in ihren Arbeitsalltag. So entstehen Kompetenzen, Souveränität und echte Mehrwerte durch den KI-Einsatz. Führungskräfte sind dabei Impuls- sowie Rahmengeber und prägen maßgeblich, ob KI als Chance oder Unsicherheitsfaktor wahrgenommen wird.