Digitalisierungsminister Dirk Schrödter stellte die Digitalstrategie 2026 vor
Die Landesregierung treibt die digitale Transformation von Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft weiter voran. Die heute im Kabinett beschlossene Fortentwicklung der ressortübergreifenden Digitalstrategie bildet den zentralen Orientierungsrahmen für die kommenden Jahre. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für die gesamte Gesellschaft nutzbar zu machen. Erstmals wurde die Strategie auch unter Einbindung zentraler gesellschaftlicher Akteure erarbeitet – darunter der Paritätische Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein, der IT Verbund Schleswig-Holstein und der DigitalHub.SH. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der gemeinsamen Verantwortung aller gesellschaftlichen Akteure für die digitale Transformation.
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter stellte die Digitalstrategie 2026 heute gemeinsam mit Michael Saitner vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein sowie Matthi Bolte-Richter vom IT-Verbund Schleswig-Holstein vor. "Das Land setzt bei der Digitalisierung auf einen breiten gesellschaftlichen Ansatz. Im Mittelpunkt steht der digital kooperierende Staat"
, sagte Dirk Schrödter. "Es ist eine Premiere, dass wir zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden haben. Gemeinsam haben wir diskutiert, Bedarfe ebenso wie Perspektiven zusammengeführt und bewusst Impulse von außen aufgenommen. Die Digitalisierung verändert unser Leben und Zusammenleben sowie unser Arbeiten und Zusammenarbeiten grundlegend. Deswegen ist es wichtig und richtig, gemeinsam zu denken und anzupacken, wenn es darum geht, den digital kooperierenden Staat zu entwickeln. Ich bin froh und dankbar für die vielen Impulse und das herausragend gute Zusammenwirken."
Als Wohlfahrtsverband begrüßen wir ausdrücklich, dass die Landesregierung mit ihrer Digitalstrategie 2026 den Menschen und den konkreten Nutzen für die Gesellschaft in den Vordergrund rückt. Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit sind wir zuversichtlich, dass dieser Anspruch nun auch in die Praxis umgesetzt wird
, sagte Michael Saitner, geschäftsführender Vorstand des Paritätischen Schleswig-Holstein. Digitale Teilhabe kann nur gelingen, wenn wirklich alle Menschen erreicht werden – unabhängig davon, ob sie alt oder jung sind, woher sie kommen oder in welcher Lebenssituation sie sich befinden. Dafür braucht es mehr als technische Lösungen: Wir müssen diejenigen, die es betrifft, von Anfang an einbeziehen – als Expertinnen und Experten in eigener Sache. Nur so können digitale Angebote entstehen, die tatsächlich ankommen und niemanden zurücklassen.
Kommunalverwaltungen sind zentrale Schnittstellen des demokratischen Rechtsstaats, an denen staatliches Handeln für Bürgerinnen und Bürger erfahrbar wird. In Schleswig-Holstein wurden bereits umfassende digitale Services wie Ummeldungen, Kfz-Anmeldungen und Bauanträge etabliert. Neben der Digitalisierung der Bürgerkontakte ist die konsequente Digitalisierung interner Verwaltungsprozesse durch Datenintegration, KI-Einsatz und Automatisierung essenziell, um die Verwaltung effizienter und resilient gegenüber dem demographischen Wandel zu gestalten
, sagte Matthi Bolte-Richter, Geschäftsführer des ITV.SH. Die kommunale Digitalisierung erfordert eine enge Kooperation zwischen Land und Kommunen, die durch vielfältige Unterstützungsangebote und die Entwicklung einer landesweiten Digitalstrategie gestärkt wird, insbesondere vor dem Hintergrund kommunaler Finanzengpässe.
An der Fortentwicklung der Strategie haben sämtliche Ministerien mitgewirkt. Drüber hinaus wurden der ITV.SH als Kompetenzzentrum für die Digitalisierung der Städte und Kommunen, der Paritätische als zentraler gesellschaftlicher Akteur und der DigitalHub.SH als Knotenpunkt für Vernetzung zwischen Land, Kommunen und Wirtschaft einbezogen.
Uns war es wichtig, Impulse von außen aufzunehmen und den Horizont der Digitalstrategie zu erweitern
, sagte Schrödter. Insgesamt umfasst die Digitalstrategie sechs Themenschwerpunkte, die unter dem gemeinsamen Zielbild eines digital kooperierenden Staates zusammengeführt werden.
Der "digital kooperierende Staat" beschreibt eine Verwaltung, die Digitalisierung nicht nur umsetzt, sondern aktiv gestaltet, co-kreiert und gesellschaftliche Wirkung priorisiert. Öffentliche Dienstleistungen orientieren sich konsequent an den Bedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie der Zivilgesellschaft. "Die Grenzen zwischen analog und digital verschwinden. Die Verwaltung arbeitet zunehmend datenbasiert, innovativ und auf offenen Plattformen"
, so der Minister. "Entscheidend ist nicht mehr nur die Digitalisierung einzelner Prozesse, sondern eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft."
Kernpunkte der Strategie sind unter anderem:
- Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen werden künftig stärker vernetzt zusammenarbeiten, damit staatliche Leistungen einfacher und transparenter werden. Konkrete Maßnahme: Integration der "Datenautobahn" X-Road in die E-Government-Infrastruktur
- Die Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Verwaltungsverfahren ermöglicht künftig vollständig digitale Abläufe – etwa bei Antrags- und Genehmigungsverfahren. Bürgerinnen und Bürger müssen Daten nur einmal angeben ("Once-Only-Prinzip") und können Leistungen schneller und ohne Medienbrüche nutzen. Unterstützt werden sie durch verschiedene Angebote wie digitale Assistenzen oder digitale Knotenpunkte, die digitale Teilhabe gewährleisten.
- Unternehmen werden Verfahren wie Gründungen, Genehmigungen oder Förderanträge künftig vollständig digital abwickeln können.
- Mitarbeitende der Verwaltung arbeiten mit modernen digitalen Werkzeugen intensiver über Fachgrenzen hinweg zusammen, um Aufgaben schneller und datenbasiert zu bearbeiten.
- Schaffung eines digitalisierungsfreundlichen Rechtsrahmens, der effizientere Verwaltungsprozesse ermöglicht.
- Konsequenter Fokus auf digitale Souveränität, Offenheit, Open Source – Software, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Weiterlesen...Open Source und Transparenz für eine unabhängige, sichere und zukunftsfähige Verwaltung.
- Mit dem Open Source – Software, deren Quelltext öffentlich ist und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Weiterlesen...Open Source Program Office Schleswig-Holstein (OSPO SH) baut das Land eine zentrale Struktur auf, um offene Softwareentwicklung zu fördern, Wissen zu vernetzen und öffentlich finanzierte Software für Verwaltung und Gesellschaft nutzbar zu machen.
"Die digitale Transformation ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Schleswig-Holstein setzt deshalb auf ein kooperatives digitales Ökosystem, in dem Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft miteinander an Lösungen arbeiten"
, sagte Minister Schrödter. "Unsere Digitalstrategie bündelt Kräfte und vernetzt Akteure. Denn Digitalisierung ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist der konkrete Nutzen für die Menschen: schnellere Verfahren, verständliche digitale Angebote und eine Verwaltung , die sich an den Lebenslagen der Bürgerinnen und Bürger orientiert. Mit offenen Technologien, sicheren Infrastrukturen und digitalen Kompetenzen schaffen wir die Grundlage für eine souveräne digitale Gesellschaft."
Zugleich versteht die Landesregierung die digitale Transformation als wichtigen Standortfaktor für Schleswig-Holstein. Schnelle digitale Verwaltungsverfahren erleichtern Investitionen und Unternehmensgründungen und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
Die Strategie verfolgt zudem das Ziel, digitale Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen. Angebote wie digitale Assistenzen oder regionale digitale Knotenpunkte sollen Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, staatliche Leistungen unkompliziert zu nutzen und sich sicher im digitalen Raum zu bewegen.
Die Digitalstrategie Schleswig-Holstein kann ab heute hier heruntergeladen werden.