Rollen-Simulation

24.02.2026 | KI-Blog

Baustein: KI-Rollensimulation

(Dauer des Bausteins: 15-30 Minuten)

Ziele

  • KI gezielt in unterschiedlichen Rollen einsetzten, z.B. als „kritische Kundin“, „Compliance-Prüfer“ und „Gegenargument-Sucher“
  • Sichtweisen erweitern und blinde Flecken erkennen
  • Risiken, Unklarheiten und Verbesserungspotenziale systematisch identifizieren

Zielgruppe

  • Teams in Fachbereichen, Bürgerkommunikation, Service, Projektarbeit u.ä.

Rahmen & Voraussetzungen

  • Dauer: 15–30 Minuten, Präsenz oder online; auch als Modul in Mini-Schulungen oder Review-Ritualen nutzbar.
  • Ausgangsmaterial: Entwurfstext oder Konzept (z. B. Bürgerinformation, FAQ, Einladung).
  • Rollen: Moderator/in (Leitplanken, Zeit), Fallgeber/in (Kontext), Protokoll (Learnings, Entscheidungen).

Leitplanken

  • Datenschutz: keine sensiblen/personenbezogenen Daten verwenden (Alternative: Sichere interne KI-Umgebung)
  • Human-in-the-loop: KI ist Assistenz, nicht Entscheiderin, Freigabe durch Menschen, vor externer Nutzung vorzugsweise durch Vier-Augen-Prüfung 
  • Transparenz: Kennzeichnung von KI-Anteilen (Kennzeichnungspflicht)
  • Dokumentation: Prüfweg dokumentieren (Review-Protokoll, Quellen, Datum, Freigeber/in).

Rollen & Verantwortlichkeiten 

  • Moderator/in: Rahmengeber, führt durch die Struktur/Leitplanken der KI-Rollensimulation, hat die Zeit im Blick. Geeignet sind Führungskräfte.
  • Prompter: erstellen die Prompts zur Aufgabe
  • Protokollant/in: Erstellt einen „Prompt-Log“ und sammelt die Learnings und getroffene Entscheidungen. Kann zeitgleich Moderator oder Prompter sein

Ablauf (Vorschlag)

  • Minute 0–3: Ziel der Simulation, Aufgabe, Kontext und Zielgruppe erklären 
  • Prompts zur Rolle
    • Minute 3–13: Rolle 1 „kritische Kundin“ prompten (z.B. „Agiere als kritische Kundin. Welche Aussagen sind unklar, missverständlich oder nicht bürgernah? Liste konkrete Verbesserungsvorschläge mit Begründung auf.“), Ergebnisse sichten, Kernaussagen notieren.
    • Minute 3–13: Rolle 2 „Compliance-Prüfer“ prompten (z.B. „Agiere als Compliance-Prüfer. Prüfe den Entwurf auf rechtliche, datenschutz- und diskriminierungsrelevante Risiken. Nenne Prüfbedarf und Formulierungsalternativen.“), rechtliche/datenschutzrelevante Punkte sammeln.
    • Minute 3–13: Rolle 3 „Gegenargument-Sucher“ prompten (z.B. „Agiere als Gegenargument-Sucher. Welche Einwände könnten Stakeholder vorbringen? Formuliere Gegenargumente sowie Antworten/Anpassungen, die diese adressieren.“), konträre Sichtweisen und Risiken erfassen.
  • Minute 13-20: Ergebnisse vorstellen und Auswerten 
    • Erfüllt der Entwurf Zweck und Zielgruppe (Inhalt, Ton, Verständlichkeit)?
    • Welche Unklarheiten oder Lücken wurden identifiziert?
    • Gibt es rechtliche/datenschutzrelevante Risiken oder missverständliche Aussagen?
    • Welche Quellen sind notwendig, um Aussagen zu belegen?
  • Minute 20–30: Priorisierte Anpassungen beschließen
    • Welche Anpassungen setzen wir konkret um, bis wann, durch wen?
  • Quellen ergänzen

Dokumentation & Transfer

  • Kurzprotokoll: KI-Rollensimulation durchgeführt am [Datum], Teilnehmende, Rollen, Prompt-Log, wichtigste Erkenntnisse und Best-Practices, beschlossene Anpassungen, Quellen.
  • Ablage im Wissensarchiv (Prompts, Vorlagen, Learnings, überarbeitete Versionen (hierzu „Baustein: Wissensarchiv“)
  • Baustein kann ins Review-Ritual (vor der Freigabe) integriert werden (hierzu „Baustein: Review-Ritual“)

Erwartbare Effekte

  • Reduzierte Korrekturschleifen durch früh erkannte Risiken
  • Höhere Klarheit und Bürgernähe in Texten/Ankündigungen
  • Zunahme dokumentierter Learnings und verwertbarer Quellenhinweise

Spürbarer Zeitgewinn bei der Qualitätssicherung

 

ein kleiner KI-Roboter