24.02.2026 | KI-Blog
Baustein: Mini-Workshop “Prompten lernen”
(Dauer des Bausteins: 30-60 Minuten)
Ziele
- Gemeinsames verproben von Prompts anhand von praxisnahen Aufgaben
- Verschiedene Varianten vergleichen (Qualität, Verständlichkeit, Verwendbarkeit)
- Kriterien für gute Prompts ableiten und im Team darauf verständigen
- Nächste Schritte vereinbaren und festhalten
Zielgruppe
- Mitarbeitende aus Fachbereichen, Service und Verwaltungskommunikation
- Führungskräfte als Rahmengeber und Moderation
Rahmen & Voraussetzungen
- Dauer: 30-60 Minuten, in Präsenz oder online
- Aufgabe/n aus dem Arbeitsalltag (z. B. Bürgeranfrage beantworten, kurze Projektankündigung formulieren, FAQ-Textbaustein erarbeiten)
Leitplanken
- Datenschutz: keine sensiblen/personenbezogenen Daten verwenden (Alternative: Sichere interne KI-Umgebung)
- Human-in-the-loop: KI ist Assistenz, nicht Entscheiderin, Freigabe durch Menschen, vor externer Nutzung vorzugsweise durch Vier-Augen-Prüfung
- Transparenz: Kennzeichnung von KI-Anteilen (Kennzeichnungspflicht)
- Dokumentation: Prüfweg dokumentieren (Review-Protokoll, Quellen, Datum, Freigeber/in).
Rollen & Verantwortlichkeiten
- Moderator/in: Rahmengeber, führt durch die Struktur/Leitplanken des Mini-Workshops, hat die Zeit im Blick. Geeignet sind Führungskräfte.
- Prompter: erstellen die Prompts zur Aufgabe
- Protokollant: Erstellt einen „Prompt-Log“ und sammelt die Learnings. Kann zeitgleich Moderator oder Prompter sein.
Ablauf (Vorschlag)
- Ziel und Leitplanken (s.o.) der Mini-Schulung darstellen
- Prompt 1 (Basis-Prompt) auf eine praxisnahe Aufgabe (Beispiele s.u.) anwenden, Ergebnis kurz sichten
- Kurze Vorstellung 6 Schritte für erfolgreichen Prompts (hierzu auch [Link zum Blogbeitrag „KI als Sparringspartner – Prompt Checkliste für Behörden“ von Ausgabe 3])
Schritt 1: Ziel definieren
Schritt 2: Rolle zuweisen
Schritt 3: Kontext geben
Schritt 4: Aufgabe & Format benennen
Schritt 5: Einschränkungen/Qualitätssicherung formulieren
Schritt 6: Iterativ vorgehen & reflektieren
- Prompt 2 (strukturierter/rollenbasierter Prompt) auf die Aufgabe anwenden, Varianten vergleichen und bewerten
- Erfüllt die Variante den Zweck und passt zur Zielgruppe?
- Ist die Struktur klar, der Ton angemessen, die Länge passend?
- Welche Angaben fehlen? Wo ist Präzisierung nötig?
- Was ist direkt nutzbar, was muss überarbeitet werden?
- Prompt 3 (Kritik-/Gegenargument-Prompt) auf die Aufgabe anwenden, Stärken und Schwächen der Prompts herausarbeiten
- Kriterien für gute Prompts aus den Stärken und Schwächen der verprobten Prompts ableiten und Punkte sammeln
- Nächste Schritte festhalten (Ablage der Dokumentation und Verantwortliche, Wiederholungstermin)
Beispiele für Aufgaben und Prompt-Variationen
Aufgabe für das Bürgerbüro: Antwortentwurf für eine Anfrage zu Müllentsorgungsterminen.
- Prompt 1 (Basis-Prompt): „Formuliere eine kurze Antwort für eine Bürgeranfrage zu Müllentsorgungsterminen in einfacher Sprache (max. 120 Wörter).“
Prompt 2 (strukturierter/rollenbasierter Prompt: „Agiere als Sachbearbeitende/r im Bürgerbüro. Erstelle eine Antwort mit: 1) kurzer Einleitung, 2) konkreten Terminhinweisen, 3) Verweis auf Online-Infos, 4) freundlichem Abschluss. Ton: sachlich, bürgernah. Max. 150 Wörter.“
- Prompt 3 (Kritik/Gegenargument-Prompt): „Prüfe den Entwurf auf Unklarheiten, fehlende Angaben und missverständliche Formulierungen. Liste Verbesserungsvorschläge mit Begründung auf.“
Aufgabe für das Ordnungsamt: FAQ-Baustein „Anwohnerparken – Antrag und Voraussetzungen“
- Prompt 1 (Basis-Prompt): „Formuliere einen kurzen FAQ-Baustein zum Thema ‚Anwohnerparken – Antrag und Voraussetzungen‘ in einfacher Sprache. Nutze klare Überschriften und kurze Antworten, bevorzugt als Liste. Verwende Platzhalter für Gebühren, Links und Adressen ([Betrag], [Link], [Adresse]). Max. 160 Wörter. Vermeide Fachjargon.“
- Prompt 2 (strukturierter/rollenbasierter Prompt): „Agiere als Mitarbeiter im Ordnungsamt und erstelle einen klar strukturierten FAQ-Baustein mit folgenden Punkten: Was ist Anwohnerparken? Wer ist berechtigt (Wohnsitz im Gebiet, zugelassenes Fahrzeug)? Benötigte Unterlagen (z. B. Ausweis, Zulassungsbescheinigung, Nachweis Wohnadresse). Antragstellung (online, vor Ort; [Link], [Adresse], Öffnungszeiten). Gebühren ([Betrag] pro Jahr/Monat; Zahlungsweise). Gültigkeit/Verlängerung (Dauer, Fristen). Zone/Bereich ([Zonenname]) und Kontakt/Service ([Kontakt], [Link]). Ton: sachlich, bürgernah, barrierearm. Kurze Sätze, Listen statt Schachtelsätze. Max. 200 Wörter.“
- Prompt 3 (Kritik/Gegenargument-Prompt): „Prüfe einen Entwurf des FAQ-Bausteins kritisch. Identifiziere: Unklarheiten und fehlende Angaben (Berechtigung, Unterlagen, Gebühren, Dauer, Zonen, Kontakt), missverständliche oder zu komplexe Formulierungen, mögliche Risiken (veraltete Infos, fehlende Quellen/Links, Barrierefreiheit). Liste konkrete Verbesserungsvorschläge mit Begründung auf, schlage präzise Formulierungsalternativen vor und markiere, wo geprüfte Quellen/Links ergänzt werden müssen. Liefere anschließend eine optimierte, klar strukturierte Kurzfassung (max. 180 Wörter) in einfacher Sprache.“
Aufgabe für einen Fachbereich: Kurze Ankündigung eines Beteiligungstermins
- Prompt 1 (Basis-Prompt): „Formuliere eine kurze Ankündigung für einen Beteiligungstermin in einfacher Sprache. Enthalten sein sollen Anlass/Ziel, Datum, Uhrzeit, Ort, Teilnahmeoption (vor Ort/online), Anmeldung/Frist und ein Link zu weiteren Informationen. Verwende Platzhalter ([Datum], [Uhrzeit], [Ort], [Anmeldung], [Frist], [Link]) und schließe mit einer freundlichen Einladung. Max. 120 Wörter.“
- Prompt 2 (strukturierter/rollenbasierter Prompt): „Agiere als Mitarbeitende/r im Fachbereich [Thema]. Erstellen Sie eine bürgernahe Ankündigung mit: Anlass und Ziel (Worum geht es, warum lohnt Mitmachen?), Terminangaben ([Datum], [Uhrzeit], [Ort]), Teilnahmeoptionen (vor Ort/online; [Link] für Online-Teilnahme), Anmeldung und Frist ([Anmeldung], [Frist]), Link zu Informationen/Unterlagen ([Link]), kurzer Hinweis zur Barrierefreiheit (Zugang, Sprache), freundlicher Abschluss mit klarer Handlungsaufforderung. Ton: sachlich, verständlich, motivierend; kurze Sätze, klare Struktur. Max. 150 Wörter.“
- Prompt 3 (Kritik/Gegenargument-Prompt): „Prüfe den Entwurf der Ankündigung kritisch: Sind Anlass, Ziel und Nutzen für Teilnehmende eindeutig? Fehlen Angaben (Anmeldung, Frist, Ort, Teilnahmeoption, Barrierefreiheit, Materialien/Link)? Gibt es mögliche Missverständnisse (unklare Sprache, zu viel Fachjargon, fehlende Handlungsaufforderung)? Liste konkrete Verbesserungen mit Begründung und schlage eine optimierte Kurzversion (max. 140 Wörter) mit eindeutiger Einladung und den nötigen Platzhaltern vor.“
Dokumentation & Transfer
- Prompt-Log (Aufgabe, verwendete Prompts, beste Variante, Learnings in 2–3 Sätzen) und Best-Practice-Sammlung (Top-Prompts/Prompt-Beispiele für wiederkehrende Fälle) anlegen bzw. pflegen (hierzu „Baustein: Wissensarchiv“)
- Review-Ritual festlegen (Vier-Augen-Prinzip, Kennzeichnung von KI-Anteilen, Quellen ergänzen, hierzu „Baustein: Review-Ritual“)
- Termin für Wiederholung des Mini-Workshops (z. B. 2-wöchentlich als 20 Minuten „Prompt-Quickie“)
Erwartbare Effekte
- Abbau von Unsicherheiten, Zugewinn von Kompetenz im Umgang mit KI
- Mehr Mitarbeitende nutzen gut strukturierte Prompts
- Zeitgewinn bei Standardtexten spürbar
- Höhere Qualität/Einheitlichkeit von Bausteinen
- Dokumentierte Learnings wachsen