Lunch & Learn

24.02.2026 | KI-Blog

Lunch & Learn – KI in der Praxis

(Dauer des Bausteins: 30-45 Minuten)

Ziele

  • Vertrauensvoller Raum für Praxisfälle, Erfahrungsaustausch und Rückfragen aller Art 
  • Gemeinsames erproben von KI-Varianten 
  • Chancen und Risiken gemeinsam bewerten
  • Quellen ergänzen und Kennzeichnung festlegen
  • Etablierung von Routinen für Qualitätssicherung, Dokumentation und Verantwortlichkeiten
  • Ggf. Entscheiden, welche Ergebnisse in den Arbeitsalltag übernommen werden

Zielgruppe

  • Teams aus Fachbereichen, Service, Projektarbeit

Rahmen und Voraussetzungen

  • Dauer: 30–45 Minuten, in Präsenz oder online, regelmäßig (z. B. 2-wöchentlich)
  • Material: Fallbeschreibung (Zweck, Zielgruppe, Kontext), Prompt-Vorlagen, Bewertungs-Checkliste

Leitplanken 

  • Datenschutz: keine sensiblen/personenbezogenen Daten verwenden (Alternative: Sichere interne KI-Umgebung)
  • Human-in-the-loop: KI ist Assistenz, nicht Entscheiderin, Freigabe durch Menschen, vor externer Nutzung vorzugsweise durch Vier-Augen-Prüfung 
  • Transparenz: Kennzeichnung von KI-Anteilen (Kennzeichnungspflicht)
  • Dokumentation: Prüfweg dokumentieren (Review-Protokoll, Quellen, Datum, Freigeber/in).

Rollen & Verantwortlichkeiten 

  • Moderator/in: Rahmengeber, führt durch die Struktur/Leitplanken des Lunch & Learns, hat die Zeit im Blick. 

Hinweis: Die Teilnahme einer Führungskraft ist bei diesem Setting nicht erforderlich. Vielmehr sind Vor- und Nachteilen der Teilnahme abzuwägen: ohne Führungskraft kann (techn.) Verständnisfragen und Rückfragen ungehemmter sein. Mit Führungskraft kann von Vorteil sein, wenn generelle Rahmenbedingungen zu klären sind. Nimmt eine Führungskraft teil, sollte dies max. zu jedem zweiten Termin und stets in wiederkehrenden Tonus, also vorhersehbar für alle Teilnehmenden erfolgen.

  • Fallgeber/in: Bringt einen Praxisfall/Praxisanliegen ein, bei dem KI unterstützen soll. Kann zeitgleich Prompter sein
  • Prompter: erstellen die Prompts zur Aufgabe
  • Protokollant/in: Erstellt einen „Prompt-Log“ und sammelt die Learnings und getroffene Entscheidungen. Kann zeitgleich Moderator oder Prompter sein

Ablauf (Vorschlag)

  • Minute 0–5, Begrüßung: Ziel der Session, Leitplanken (Transparenz, Datenschutz, „Human-in-the-loop“).
  • Minute 5–10, Praxisfall Nr. 1: kurz vorstellen (Zweck, Zielgruppe, gewünschtes Format).
  • Minute 10–20, KI-Varianten erzeugen: 
    • Basis-Prompt, z.B. „Formulieren Sie eine kurze Antwort für eine Bürgeranfrage zu Müllentsorgungsterminen in einfacher Sprache (max. 120 Wörter).“
    • Strukturierter/rollenbasierter Prompt, z.B. „Agieren Sie als Sachbearbeitende/r im Bürgerbüro. Erstellen Sie eine Antwort mit: 1) kurzer Einleitung, 2) konkreten Terminhinweisen, 3) Verweis auf Online-Infos, 4) freundlichem Abschluss. Ton: sachlich, bürgernah. Max. 150 Wörter.“ (hierzu Baustein „Rollen-Simulation“)
    • Kritik/Gegenargument-Prompt, z.B. „Prüfen Sie den Entwurf auf Unklarheiten, fehlende Angaben und missverständliche Formulierungen. Listen Sie Verbesserungsvorschläge mit Begründung auf.“ (weitere Beispiele im Baustein „Mini-Schulung Prompten lernen“)
  • Minute 20–30, Bewertung der Varianten: Hinterfragen, prüfen und bewerten, ggf. Quellen ergänzen, Anpassungen beschließen
    • Erfüllt die Variante Zweck und Zielgruppe (Inhalt, Ton, Länge, Verständlichkeit)?
    • Ist die Struktur klar, der Ton angemessen, die Länge passend?
    • Sind Aussagen korrekt, vollständig und mit verlässlichen Quellen belegbar?
    • Welche Angaben fehlen? Wo ist Präzisierung nötig?
    • Welche Risiken bestehen (Datenschutz, Missverständnisse, Diskriminierung)?
    • Was ist direkt nutzbar, was muss angepasst werden und durch wen?
    • Wie kennzeichnen wir im vorliegenden Fall die KI-Anteile und dokumentieren den Prüfweg?
  • (Optional) Minute 30–40, Praxisfall Nr. 2 oder offene Fragerunde zum Austausch über offene Fragen, Austausch von Wissen und Learnings.
  • Minute 40–45 (falls Zeit), Entscheidung zur Übernahme in den Alltag: ggf. Verantwortlichkeiten und Review-Termin festlegen (hierzu Baustein „Review-Ritual“), Priorisierung von nächsten Schritten.

Dokumentation & Transfer

  • Lunch-&-Learn-Log: enthält z.B. eingebrachten Fall, verwendete Prompts, beste Variante, Quellen, Prüfvermerk, nächste Schritte.
  • Pflegen der Prompt-Sammlung (Top-Prompts, Rollenprompts, Qualitätskriterien) (hierzu Baustein „Wissensarchiv“)
  • Ggf. Verantwortliche für Integration in Vorlagen/FAQ/Textbausteine benennen, Termin zur Nachfassung.

Erwartbare Effekte

  • Wissensaufbau und Erfahrungsaustausch
  • Mehr Mitarbeitende nutzen gut strukturierte Prompts
  • Dokumentierte Learnings wachsen
  • Rückgang von Korrekturschleifen/Fehlern, Erkennung von Risiken

 

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